brandenburg
Mittwoch, 12. Juni 2019, 2:15 Uhr
Potsdam, Brandenburg
News-Nr.: 30342

Chaotische Zustände in Potsdam:
Unwetter wüten mehrere Stunden über der Stadt – Schwerer Dauerregen setzt historische Straßenzüge unter Wasser – Anwohner behelfen sich mit Sandsäcken – Bäume werden durch Blitz teilweise gesprengt und von Wind umgedrückt – Unzählige Straßen sind überflutet - Tiefgarage mit sieben Autos läuft voll

Regenmengen von über 50 Liter binnen vier Stunden fluten Teile der Stadt – Alter und zumeist trockener Kanal läuft bis zum Rand voll – Feuerwehr zählt im Stadtgebiet bis zu 170 Einsätze - Zehntausende Blitze erhellen den Nachthimmel - Ausführliche Töne mit Feuerwehr und zahlreichen Betroffenen

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Datum: Mittwoch, 12. Juni 2019, 2:15 Uhr

Ort: Potsdam, Brandenburg

 

(ch) Vor einer Woche noch brannten die Wälder rund um Potsdam lichterloh und die Menschen wünschten sich nichts sehnlicher als Regen. Doch was die Stadt am späten Mittwochabend bis in die Nacht hinein heimsuchte, war dann das andere Extrem. Fast vier Stunden lang wüteten ohne Pause schwere Unwetter über der Landeshauptstadt. Bereits um 22 Uhr zog sich der Himmel zu und die Blitze kündigten das Unheil an. Doch immer wieder peitschten neue Regenfälle zu Boden, die Kanalisation kam den Wassermassen nicht mehr nach und kapitulierte. In manchen Teilen fielen binnen kürzester Zeit bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Viele Straßen verwandelten sich immer mehr in Seenflächen, sodass die Verkehrsbetriebe irgendwann kapitulieren mussten und den Betrieb einstellten.

Viele Menschen hatten indes immer größere Angst um ihr Hab und Gut. In einem Stadtviertel mit besonders vielen historischen Gebäuden drückte die braune Brühe in die Kellergeschosse. Verzweifelt stapelten die Bewohner Sandsäcke vor ihren Häusern und hofften damit das größte Unheil verhindern zu können. Andere hatten dabei nicht so viel Glück. In einem anderen Stadtteil lief eine große Tiefgarage voller Wasser. Sieben geparkte Autos waren in den Fluten gefangen und liefen teilweise voll Wasser. Wie hoch der Schaden ist, lässt sich hier noch nicht bemessen. Der alte Kanal, welcher durch die Stadt geht und die meiste Zeit des Jahres trocken liegt, wurde binnen kurzer Zeit komplett geflutet und drohte teilweise überzulaufen. Insgesamt zählte die Feuerwehr alleine in Potsdam über 170 Einsatzstellen.

Und nicht nur der Regen sorgte für Probleme. Gleiches gilt auch für Blitze und Wind. Während die Lichtershow mit weit über 50.000 Entladungen sicherlich schön anzuschauen war, war sie gleichermaßen auch gefährlich. Mehrere Brände wurden gemeldet, nachdem die Blitze in Dachstühle eingeschlagen waren. Eine alte Kastanie wurde förmlich aufgesprengt und zersplitterte in ihre Einzelteile. Eine weitere Eiche wurde durch eine Sturmböe erfasst und landete auf einem Zaun sowie mehreren geparkten Autos.

Es waren die Unwetter, welche von den Meteorologen genauso angekündigt worden waren. Doch viele Menschen wurden angesichts der Heftigkeit überrascht. Und auch für Mittwoch sagen die Wetterkarten nichts Gutes voraus. Dann könnten sich die Ereignisse ab dem frühen Abend möglicherweise wiederholen.


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